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Kurze Übersicht:
Name: Stefanie
Beginn des Au Pair Jahres: 01.08.2002
Ende des Au Pair Jahres: 27.07.2003
Anzahl der Kinder: 2 (Daniel, 5/6 und Gonzalo 3/4)
Mein Aupair Jahr hat mein Leben sehr verändert und ich hoffe, dass euch mein Erfahrungsbericht einen kleinen Einblick in das Leben in Spanien geben kann und natürlich in meine Erlebnisse als Au Pair.
Wie es dazu kam...
Seit ich 14 Jahre alt bin ist es mein größter Traum gewesen, nach Spanien auszuwandern. Ich habe schon länger überlegt, wie ich es denn anstellen könnte, in Spanien einfach so nach der Schule einen Job zu bekommen. Da wir zu Hause ein russisches Au Pair Mädchen für ein Jahr hatten, machte mein Bruder eines Tages den Vorschlag, dass ich doch als Au Pair nach Spanien gehen könnte. Zuerst war ich von der Idee nicht so begeistert, da ich auch nicht wusste, ob das mit den Kindern wirklich so mein Gebiet ist. Ich hatte zwar früher öfter mal auf Kinder aufgepasst, aber so tagtäglich mit denen zusammenzusein ist ja doch etwas anderes. Nichtsdestotrotz habe ich mich ein paar Monate vor meinem Abitur bei der Agentur Au Pair Europa beworben und musste dann erst mal ca. zwei Monate warten, weil ich mich (laut der Agentur) viel zu früh beworben habe.
Irgendwann hatte ich dann die Agentur am Telefon und sie sagte, dass sie eine Familie in Marbella für mich hätte und mir die Unterlagen zufaxen würde.
Die Unterlagen sahen dann sehr vielversprechend aus und ich träumte schon von der wunderschönen Landschaft in Südspanien. Nachdem ich dann auch einmal mit der Familie (bzw. mit dem deutschen Au Pair, dass die Familie hatte) telefoniert habe war der Traum aber auch schon wieder aus, denn die Familie hatte sich offenbar anders entschieden.
Ich hatte jedoch nicht viel Zeit, darüber traurig zu sein, da ich schon bald die Unterlagen einer anderen Familie erhielt und zwei Tage später - noch bevor ich mit denen telefoniert hatte - einen ganz lieben Brief von ihnen auf deutsch. Nach dem ersten Telefonat waren die wichtigsten Fragen schonmal geklärt und die Gastmutter hat einen wirklich superlieben Eindruck auf mich gemacht, wirkte sehr jung und sympatisch und hat mir auch gleich gesagt, dass es meine Hauptaufgabe wäre, mit den Kindern weiterhin deutsch zu sprechen, damit diese es nicht verlernen.
Ich habe der Familie dann noch einen Brief geschickt und wir haben uns füreinander entschieden. Bis zu meinem Abflug am 1.8.2002 blieben wir in telefonischem- und Briefkontakt.
Hier füge ich jetzt meinen Erfahrungsbericht - oder fast schon mein Tagebuch - , beginnend am 1.8., ein. Im Original habe ich ihn als "Newsletter" an meine Freunde verschickt; hier liegt er jetzt in etwas gekürzter Form vor (wären sonst 47 Seiten in Word gewesen und es hat ja kein Mensch Lust sowas zu lesen :P).
Die Familie hat übrigens 5 Jahre in Deutschland gelebt (bis Juli 2002) und der Vater war halb Deutscher, halb Spanier. Die Kinder sind somit zweisprachig aufgewachsen und auch die Eltern konnten fließend deutsch. Als ich in die Familie kam, war der Vater noch für ein paar Monate in Deutschland beschäftigt, die Mutter ist mit den Kindern schon vorher zurück nach Spanien gefahren, damit die Kinder das neue Schuljahr dort beginnen konnten. Bei meiner Ankunft waren wir noch voll und ganz mit dem Umzug beschäftigt.
Mein Aupair Erfahrungsbericht:
Donnerstag, 01. August 2002
22:23
Sooo, das war nun der erste Tag. Ich liege hier gerade auf einer Matraze auf dem Boden, bin mit einem Bettlaken zugedeckt und ein vom Nachbarn ausgeliehenes Handtuch bildet mein Kopfkissen (und Duschhandtuch) *g*. Also das hört sich schlimmer an als es ist, aber ich fange am besten mal am Anfang an und versuche, so objektiv wie möglich zu bleiben.
Unsere Fahrt zum Flughafen war begleitet von strömendem Regen und dicken Nebelschwaden, doch das hat uns nicht daran gehindert noch zwei Stunden vor dem Abflug da zu sein *schwafel*. Als erstes ging es dann zur Gepäckabgabe und mein Gepäck brachte es - oh Wunder - auf etwas über 30 Kilo. Leider waren nur 20 erlaubt. Naja mit ein bisschen Betteln und so ("Och bitte, ich bleibe doch für ein Jahr, was soll ich denn machen?") klebte die Spanierin dann die zwei Zettel an mein Gepäck und es ging damit in Ordnung. Nach der Verabschiedung eineinhalb Stunden später von meiner Mutter wurde noch mein Handgepäck kontrolliert und ich lief zum Schalter B53, von dem aus man direkt ins Flugzeug laufen könnte. Tja, nur leider hatte das Flugzeug eineinhalb Stunden Verspätung (irgendwie ziehe ich sowas magisch an) und es hiess mal wieder warten. Der Flug hat dann aber wohl viel Spaß gemacht, nur die zwei ca. 13-jährigen Mädels neben mir haben mich fast zu Tode genervt. Da ich einen Fensterplatz hate, konnte ich aber die Aussicht genissen und ich habe noch Ausschnitte von Ice Age auf spanisch geguckt. Die ganze Zeit über fühlte ich mich sehr aufgeregt, verwirrt und hatte auch ein wenig Angst, ob das wohl die richtige Entscheidung gewesen ist.
In Madrid angekommen - natürlich bei wolkenlosem Himmel *g* habe ich mein Gepäck schnell und unversehrt wiederbekommen. Im nächsten Raum hat auch schon Coral (die Gastmutter) auf mich gewartet, mit Daniel und Gonzalo. Sie hat mich zur Begrüßung umarmt und diese rechts-links-Küsschen-Zeremonie ausgeführt, die hier wohl in Spanien jeder macht. Wir haben dann so ein bisschen geredet - mal so zwei Sätze deutsch, dann wieder zwei Sätze spanisch - und sind mit dem Auto um Madrid rum nach Colmenarejo gefahren. Madrid sah einfach gigantisch aus - überhaupt nicht schmutzig, stickig und mit einer Smog-Decke drüber, wie ich erwartet hatte, sondern es gab viel grün an den Wegrändern, die Sonne schien und es waren 30° im Schatten - für mich genau richtig:).

Autobahn rund um Madrid
Das "Dorf" in dem wir wohnten ist dann so ca. 25-30 km außerhalb von Madrid in einer wunderschönen Landschaft mit ca. 1000 Einwohnern. Es gibt hier eine riesige Sporthalle, in der man Tennis und Fußball spielen, Judo-Training machen und schwimmen kann und unsere Wohnsiedlung liegt etwa 200 m von einer Universität entfernt. Dort kann ich mir wahrscheinlich einen Bibliotheksausweis besorgen und auch ins Internet, allerdings fängt das nächste Semester erst wieder Anfang Oktober an. Das Haus, indem wir jetzt noch zu viert wohnen (bis ca. Okt.) ist zwar groß genug, nur leider noch unmöbliert :). Coral, Daniel und Gonzalo sind erst gestern morgen hier angekommen und nun warten wir auf den Umzugswagen, der morgen oder spätestens Samstag ankommt.
Die Kinder sind supersüß; Daniel redet die ganze Zeit mit mir (auf deutsch *g*), will mir alles zeigen oder im Garten Indianer spielen. Er ist aber auch wohl ein wenig frech, wenn es darum geht, seinen Willen durchzusetzen, aber sobald Coral ein Machtwort spricht, ist er ruhig :) Gonzalo ist total knuffig und eher so der ruhige Typ. Da er erst drei ist, spricht er noch nicht ganz so viel, aber er versteht spanisch besser als deutsch. Zu trinken haben wir zur Zeit nur Leitungswasser (kann man wohl trinken, ist aber viel Chlor drin) und Orangensaft. Corals Mutter ist zur Zeit auch hier und die spricht nur spanisch und englisch.
Mit der Verständigung ist es hier im Haus überhaupt kein Problem, aber es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man so auf die Schilder guckt, Radio anmacht, draussen Kinder spielen hört - alles spanisch :) . Oh wie gern würd ich jetzt eine Flasche kaltes sprudelndes Minderalwasser trinken *seufz* Naja, das kaufen wir ja zum Glück morgen ein. Und sobald der Möbelwagen da ist krieg ich auch ein schönes großes Bett, yuchhuh! (Und hoffentlich ist dann der PC mit dabei*g*) Also dann, es ist 11 Uhr und ich bin wirklich total erschöpft, erledigt, am Ende. Bis morgen abend dann mal, adios!
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